Nerd sucht Frau Blog des Autoren, Kuenstlers, Philosophen und Politikers Carmelito Bauer

7Nov/091

Call of Bloodbath

In Kürze erscheint ein weiterer Teil der beliebten Spieleserie "Call of Duty", dies unter dem Titel "Call of Duty: Modern Warfare 2". Glücklicherweise haben die Entwickler von Infinity Ward mal wieder nicht nachgedacht, und im Zuge der Doppelagentenidentität eine Szene eingebaut, die bereits für viel Diskussionsstoff sorgte. Die Rede ist dabei von der Mission "Kein Russisch", die sich Personen ab 18 Jahren bitte hier anschauen.

Auf den ersten Blick ist man als Mensch mit sogenanntem moralischen Verständnis natürlich fürchterlich schockiert, doch bereits beim zweiten Anschauen wirft das Video doch ganz andere Fragen auf. Eins dürfte jedoch klar sein, Gegner der Jugendkultur haben wieder Futter für ihre Miniguns, und werden eine Salve an politischem Halbwissen und pädagogischem Gewäsch auf die Gamer schießen.

Für alle unter 18 Jahren: Die Mission selbst spielt an einem fiktiven russischen Flughafen. Zunächst befindet man sich als Doppenagent mit russischen Terroristen im Aufzug. Man bekommt vom Kopf der Bande nur die Information, das man kein Russisch sprechen soll. Warum dies so ist, erfährt man im Laufe des Spiels. Die Tür des Aufzugs öffnet sich und man findet eine Menge Zivilisten am Schalter vor. Die Terroristen eröffnen das Feuer und richten dabei ein ziemlich großes Massaker an.

Anders als in der englischen Version, beendet ein eigenes Schießen die Mission. Somit wurde die Deutsche Version entgegen den Versprechen von Infinity Ward also doch geschnitten. So ist in der Englischen Version ein eigenständiges Schießen möglich. In der Deutschen Version ist es einzig die Aufgabe, den Terroristen bis zu einem bestimmten Punkt zu folgen. Eine lustige Doppenmoral ist es, dass man auf Sicherheitsmänner, die den Flughafen verteidigen, schießen darf. Strange.

Wo liegt das Problem bei dieser Mission? Die Entwickler gaben bekannt, dass sie mit der Mission die Grausamkeit der Terroristen sowie den moralischen Konflikt, in dem sich der Doppelagent befindet, verdeutlichen wollten. Ich selbst halte dies für eine Pseudoanalogie. Die Szene ist einfach schlecht gemacht. Das Gemetzel an den Pixelfiguren ist relativ lieblos gestaltet, so fallen diese ohne große Reaktion zu Boden, und vermitteln die Panik und den Schrecken nur in geringem Ausmaß. Ein weiteres Paradoxon ist, dass der Doppelagent keinerlei Reaktionen aufweist. So müsste in ihm Angst und Schuld herrschen, was man mit Herzklopfen oder Schweißausbrüchen hätte verdeutlichen können.

In der Deutschen Version kommt erschwerend hinzu, dass die Terroristen, um dessem Vertrauen man wirbt, keinerlei Reaktionen auf das Nicht-schießen des Doppelagenten aufweisen. Stattdessen laufen sie in ruhigem Schritt einfach weiter, und beachten den Protagonisten garnicht. Untätiges Mitlaufen ist sowohl in der Amerikanischen als auch in der Deutschen Fassung möglich.

Der Dramaturgik der Szene steht also einiges nach. Das Entsetzen wurde sehr schlecht insziniert. Wenn man schon zu umstrittenen Stilmitteln greifen muss, muss man es auch gut machen. Da hätten sich die Entwickler doch einiges einfallen lassen können, anstatt den Spielegegnern nur neue Zielscheiben zu bieten. Fakt ist, das die Debatte die Bekanntheit des Spieles nur erhöhen wird. Das Abschlachten der Pixel Zivilisten ist jedoch nichts neues. So ist dies im beliebten Spiel "Grand Theft Auto" ja bereits möglich. Die Debatte jedoch nimmt ihren Lauf.

Kommentare (1) Trackbacks (1)
  1. hi wollte mich nur mal melden
    (weiß das gehört hier nich unbedingt hin aber zum gaming gehör ich ja schon^^)
    und naja falls du mich nich verdrängt hast kannst du dich ja mal melden
    (is nicht meine adresse aber ich hab die erlaubnis dazu)
    ähm..ja wenn du willst meld dich einfach


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